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Natura Nova – traditionelle europäisch bewährte Rezepturen
Natura Nova – traditionell europäisch bewährte Rezepturen

Natura Nova

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Spaziergang im Wald als Symbol für Wechseljahre, Hormonpräparate und die Abwägung von Nutzen und Risiken

Wechseljahre: Hormonpräparate wirken – aber zu welchem Preis?

Wenn über die Wechseljahre berichtet wird, steht oft eine klare Botschaft im Raum: Hormonpräparate wirken am besten. Pflanzliche Mittel schneiden in Vergleichen meist schwächer ab. So auch in einer Berichterstattung von n-tv auf Basis einer Auswertung der Stiftung Warentest.

Die Aussage, dass Hormontherapien stärker gegen Beschwerden wie Hitzewallungen wirken, ist fachlich korrekt. Was in der öffentlichen Diskussion jedoch häufig zu kurz kommt, ist die differenzierte Betrachtung von Nutzen und Risiken.

Dieser Beitrag ordnet die Datenlage ein und zeigt, was die Forschung tatsächlich sagt.

Was hormonelle Therapien leisten können

Die sogenannte menopausale Hormontherapie (MHT), früher oft als Hormonersatztherapie bezeichnet, besteht meist aus Östrogen allein oder aus einer Kombination von Östrogen und Gestagen. Sie gilt als wirksamste Behandlung vasomotorischer Beschwerden wie Hitzewallungen und nächtliches Schwitzen.

Internationale Leitlinien bestätigen diese Wirksamkeit klar. Die North American Menopause Society (NAMS) hält fest, dass die Hormontherapie die effektivste Behandlung für vasomotorische Symptome ist (NAMS Position Statement 2022, PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35797481/).

Auch die grosse Women’s Health Initiative (WHI) lieferte robuste Daten zur Symptomkontrolle, machte aber gleichzeitig deutlich, dass eine differenzierte Risikoabwägung notwendig ist (WHI Follow-up Analysen; PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12117397/).

Die Einstufung „wirksamer“ bezieht sich in solchen Bewertungen in erster Linie auf die Stärke der Symptomreduktion. Sie sagt noch nichts darüber aus, wie das Gesamtprofil aus Nutzen und Risiken zu bewerten ist.

Welche Risiken wissenschaftlich beschrieben sind

Thrombose und Schlaganfall

Mehrere grosse randomisierte Studien und Metaanalysen zeigen, dass orale kombinierte Hormontherapien mit einem erhöhten Risiko für venöse Thromboembolien verbunden sein können. Auch das Schlaganfallrisiko kann unter bestimmten Konstellationen leicht ansteigen.

Eine umfassende Metaanalyse im Lancet beschreibt ein erhöhtes Risiko für venöse Thrombosen unter oraler Hormontherapie, insbesondere bei kombinierten Präparaten (Vinogradova et al., 2019; PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30910380/).

Das individuelle Risiko hängt stark von Alter, Zeit seit Menopause, Vorerkrankungen, Body-Mass-Index und Applikationsform ab. Transdermale Anwendungen scheinen in Bezug auf Thrombosen günstiger zu sein als orale Präparate.

Brustkrebsrisiko

Ein sensibler Punkt ist das Brustkrebsrisiko. Die Collaborative Group on Hormonal Factors in Breast Cancer veröffentlichte 2019 eine grosse Metaanalyse im Lancet, die zeigte, dass insbesondere kombinierte Östrogen-Gestagen-Therapien mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko assoziiert sind, das mit der Anwendungsdauer zunimmt (PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31474332/).

Wichtig ist die Einordnung: Das absolute Risiko bleibt für viele Frauen relativ gering, steigt jedoch mit längerer Anwendung.

Eierstockkrebs

Auch für Eierstockkrebs wird in Beobachtungsstudien ein leichter Risikoanstieg unter längerfristiger Hormontherapie diskutiert, wenn auch deutlich seltener als beim Brustkrebs (Collaborative Group on Epidemiological Studies of Ovarian Cancer, Lancet 2015; PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25684585/).

Das Timing-Fenster

Moderne Leitlinien sprechen vom sogenannten „Timing-Hypothese“-Ansatz. Wird die Hormontherapie bei gesunden Frauen unter 60 Jahren oder innerhalb von zehn Jahren nach Menopause begonnen, scheint das Nutzen-Risiko-Verhältnis günstiger zu sein als bei späterem Beginn.

Auch darauf weist das Positionspapier der North American Menopause Society hin (PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35797481/).

Pflanzliche Präparate im Vergleich

Pflanzliche Mittel wie Isoflavone aus Soja oder Rotklee, Traubensilberkerze (Cimicifuga) oder spezielle Rhabarberextrakte werden häufig als hormonfreie Alternativen eingesetzt.

Systematische Reviews zeigen, dass Isoflavone Hitzewallungen moderat reduzieren können, allerdings deutlich schwächer als klassische Hormontherapie (z. B. Taku et al., 2012; PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22433977/).

Die Datenlage zu Traubensilberkerze ist heterogen. Einige Studien zeigen Effekte, andere nicht. Insgesamt ist die Evidenz weniger konsistent als bei Hormontherapien.

Wichtig ist die sachliche Einordnung: Eine geringere durchschnittliche Wirksamkeit bedeutet nicht Wirkungslosigkeit. Gleichzeitig greifen pflanzliche Präparate nicht in derselben Weise systemisch in den Hormonhaushalt ein und weisen in Studien meist ein anderes Nebenwirkungsprofil auf.

Warum „stärker“ nicht automatisch „besser“ bedeutet

Die Entscheidung für oder gegen eine Hormontherapie ist keine rein pharmakologische Frage, sondern eine individuelle Abwägung.

Zu berücksichtigen sind:

• Stärke der Beschwerden
• Persönliche Risikofaktoren
• Alter und Zeit seit Menopause
• Geplante Dauer der Anwendung
• Eigene Präferenzen und Sicherheitsbedürfnis

Internationale Leitlinien betonen ausdrücklich die Notwendigkeit einer individualisierten Beratung und gemeinsamen Entscheidungsfindung.

Fazit

Hormonpräparate gelten als wirksamste Therapie gegen ausgeprägte vasomotorische Beschwerden der Wechseljahre. Gleichzeitig sind sie mit klar beschriebenen, wenn auch individuell unterschiedlichen Risiken verbunden.

Pflanzliche Präparate zeigen im Durchschnitt geringere Effekte, können jedoch für Frauen mit milden Beschwerden oder mit Kontraindikationen gegenüber Hormonen eine Option darstellen.

Eine verantwortungsvolle Auseinandersetzung mit den Wechseljahren bedeutet, Nutzen und Risiken transparent darzustellen und Entscheidungen individuell zu treffen.

Dieser Beitrag dient ausschliesslich der sachlichen Information über den Stand der Forschung. Er stellt keine medizinische Beratung und keine Empfehlung zur Einnahme bestimmter Produkte dar.

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