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Natura Nova – traditionelle europäisch bewährte Rezepturen
Natura Nova – traditionell europäisch bewährte Rezepturen

Natura Nova

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Birkenblätter der Hängebirke (Betula pendula) – traditionelle Pflanze für die Harnwege

Birke: Was hinter der traditionellen Kräuterkur für die Harnwege steckt

Kaum ein Baum ist in Mitteleuropa so präsent wie die Birke – und kaum eine Pflanze hat in der europäischen Kräuterkunde eine so lange Geschichte als Begleiterin der Nieren- und Blasenfunktion. Ihre Blätter gehören zu den am besten dokumentierten traditionellen Pflanzen für die Durchspülung der Harnwege. Ein Überblick über Anwendung, Zubereitung und die bisherige Studienlage.

Warum die Birke seit Jahrhunderten zur europäischen Kräuterkunde bei Harnwegsbeschwerden gehört

Die Hänge- und die Moorbirke (Betula pendula und Betula pubescens) zählen zu den charakteristischsten Bäumen Nord- und Mitteleuropas. Verwendet werden in der Pflanzenkunde vor allem die getrockneten Blätter, botanisch als Betulae folium bezeichnet. Ihre Rolle in der traditionellen Anwendung ist so gut belegt, dass die Blätter eine eigene Monografie des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel der Europäischen Arzneimittel-Agentur (HMPC) erhalten haben.

Diese lange Nutzungsgeschichte reicht von Skandinavien bis in den Balkan. In Ländern wie Deutschland, Polen und den baltischen Staaten gehört Birkenblättertee seit Generationen zu den bekanntesten Hausmitteln, wenn traditionell auf eine "Durchspülung" gesetzt wird.

Wofür und wie Birkenblatt traditionell angewendet wurde

Die traditionelle Anwendung von Birkenblatt zielt auf die Steigerung der Harnmenge zur Durchspülung der Harnwege als unterstützende Massnahme bei leichten Beschwerden. Neben der HMPC-Monografie beschreibt auch die European Scientific Cooperative on Phytotherapy (ESCOP) Birkenblatt als traditionelle Pflanze zur Durchspülung der Harnwege, insbesondere bei entzündlichen Beschwerden und unterstützend bei Nierengriess.

Am bekanntesten ist die Zubereitung als Tee: Traditionell wurden dafür 2 bis 3 Gramm der zerkleinerten, getrockneten Blätter mit 150 ml kochendem Wasser übergossen und bis zu viermal täglich als frischer Aufguss getrunken. Daneben kennt die Überlieferung auch pulverisierte Blätter sowie wässrige oder wässrig-alkoholische Auszüge aus frischem Blattmaterial, jeweils in unterschiedlicher Dosierung je nach Zubereitungsform. Die Anwendungsdauer wurde in der Tradition meist auf einen begrenzten Zeitraum von zwei bis vier Wochen beschränkt.

Neben den Blättern nutzte die Pflanzentradition in Nord- und Osteuropa auch den im Frühjahr gewonnenen Birkensaft, dem ein hoher Gehalt an Kalium, Calcium und weiteren Mineralstoffen zugeschrieben wird, sowie die Knospen. Diese Pflanzenteile unterscheiden sich in ihrer stofflichen Zusammensetzung deutlich von den Blättern und sind nicht Gegenstand der HMPC-Monografie zu Betulae folium.

Getragen wurde dieses Wissen traditionell von der ländlichen Bevölkerung sowie von Kräutersammlerinnen und -sammlern, die das Wissen um Sammelzeitpunkt, Trocknung und Anwendung über Generationen mündlich und in Kräuterbüchern weitergaben. In der Volksmedizin Skandinaviens und des Baltikums, wo Birkenwälder besonders verbreitet sind, gehörte diese Praxis über Jahrhunderte zum festen Bestandteil des bäuerlichen Alltagswissens; in Mitteleuropa wurde sie später zunehmend auch von Apotheken und der entstehenden Phytotherapie aufgegriffen und systematisiert.

Was bei der Anwendung von Birkenblatt zu beachten ist

Für eine ausreichende Durchspülung ist während der Anwendung eine adäquate Flüssigkeitszufuhr erforderlich. Folgende Punkte sind zusätzlich zu beachten:

  • Kinder: Die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren wird mangels ausreichender Daten nicht empfohlen.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Die Sicherheit während Schwangerschaft und Stillzeit ist nicht belegt; von einer Anwendung in dieser Zeit wird daher abgeraten.
  • Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder Birkenpollen sowie Zustände, bei denen eine reduzierte Flüssigkeitszufuhr angezeigt ist (zum Beispiel bestimmte Herz- oder Nierenerkrankungen).
  • Nebenwirkungen: Vereinzelt wurden Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall) sowie allergische Reaktionen (Juckreiz, Hautausschlag, Nesselsucht, allergischer Schnupfen) beschrieben; die Häufigkeit ist nicht bekannt.
  • Bei anhaltenden Beschwerden: Treten während der Anwendung Fieber, Schmerzen beim Wasserlassen, Krämpfe oder Blut im Urin auf, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Wer auf blutverdünnende Medikamente eingestellt ist, an einer bekannten Nieren- oder Herzerkrankung leidet oder unter Birkenpollenallergie leidet, sollte die Anwendung vorab mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Apotheke besprechen.

Welche Inhaltsstoffe die Birkenblätter für die Pflanzenkunde interessant machen

Birkenblätter enthalten ein dichtes Spektrum an sekundären Pflanzenstoffen. Im Zentrum stehen Flavonoide – vor allem Hyperosid sowie weitere Glykoside von Quercetin, Kämpferol und Myricetin –, die zusammen bis zu drei Prozent der Blattmasse ausmachen können. Hinzu kommen Kaliumsalze, Saponine, Gerbstoffe sowie geringe Mengen ätherisches Öl und Phenolsäuren wie Chlorogen- und Kaffeesäure.

Inhaltsstoffgruppe Beispiele Anteil (Richtwert)
Flavonoide Hyperosid, Quercetin-, Kämpferol- und Myricetin-Glykoside bis 3 %
Mineralstoffe Kaliumsalze bis 4 %
Saponine Triterpenoide Saponine Spuren
Phenolsäuren Chlorogen-, Kaffeesäure gering
Gerbstoffe Hydrolysierbare Tannine gering

Die Fachliteratur diskutiert insbesondere das Zusammenspiel von Flavonoiden und Kaliumsalzen als möglichen Erklärungsansatz für die traditionell beschriebene harntreibende Wirkung – als gesicherter Wirkmechanismus gilt dies jedoch nicht. Frisches Blattmaterial enthält zudem geringe Mengen Ascorbinsäure (Vitamin C), die beim Trocknungsprozess grösstenteils verloren geht, weshalb sich die Fachmonografien beim Wirkstoffprofil auf die getrockneten Blätter und deren Flavonoid- sowie Mineralstoffgehalt konzentrieren.

Was In-vitro-Untersuchungen zu den antioxidativen Eigenschaften des Birkenblatts zeigen

Neben der harntreibenden Tradition wird Birkenblattextrakt in Laborstudien auch auf seine antioxidativen Eigenschaften hin untersucht. In einer In-vitro-Studie an Leberzellen (Hep-G2-Zellkultur) wurde geprüft, wie sich ein ethanolischer beziehungsweise wässriger Birkenblattextrakt auf den Glutathionspiegel unter Glukose-induziertem oxidativem Stress auswirkt. Der ethanolische Extrakt konnte den zellulären Glutathionspiegel unter diesen Laborbedingungen wieder anheben und zeigte zudem eine hemmende Wirkung auf das Enzym Alpha-Glucosidase, vergleichbar mit der Referenzsubstanz Acarbose. Die phytochemische Analyse bestätigte dabei Rutin, weitere Quercetin-Derivate sowie Chlorogensäure als massgebliche Inhaltsstoffe.

Solche Zellkulturergebnisse sind ein erster Baustein zum Verständnis, wie die in Birkenblättern enthaltenen Polyphenole im Labor wirken können – sie lassen sich jedoch nicht direkt auf die Einnahme beim Menschen übertragen, da Aufnahme, Verstoffwechselung und tatsächliche Konzentration im Körper völlig anders verlaufen als im Reagenzglas.

Wichtig für die Einordnung ist zudem, dass sich die Forschung zur Birke in mehrere, stofflich klar getrennte Bereiche gliedert: Während sich die harntreibende Tradition und die hier beschriebene Studie auf die Blätter (Betulae folium) beziehen, wird das aus der Rinde gewonnene Betulin beziehungsweise die Betulinsäure in ganz anderen Forschungszusammenhängen untersucht. Blatt- und Rindenextrakte sollten in der Berichterstattung daher nicht vermischt werden, auch wenn beide aus demselben Baum stammen.

Wie sich Birkenblatt in eine breitere europäische Kräuterkombination für die Blase einfügt

In der Pflanzenkunde wird Birkenblatt selten allein verwendet, sondern häufig im Zusammenspiel mit anderen traditionellen europäischen Harnwegspflanzen wie Goldrute, Schachtelhalm, Cranberry oder Brennnessel kombiniert – ein Ansatz, der die jahrhundertealte Praxis widerspiegelt, mehrere sich ergänzende Pflanzen für dasselbe Anwendungsgebiet zusammenzuführen.

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Blase essentia von Natura Nova kombiniert fünf europäische Pflanzen – Cranberry, Goldrute, Schachtelhalm, Bio-Birke und Brennnessel – zu einem Pflanzenkomplex von 380 mg pro Kapsel, ergänzt durch Riboflavin (Vitamin B2).

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Was die Evidenzlage zur Birke insgesamt zeigt

Birkenblatt ist eine der am längsten und am besten in der europäischen Kräuterkunde verankerten Pflanzen für die Unterstützung der Harnwege – dokumentiert in einer eigenen HMPC-Monografie und getragen von einer breiten, gut beschriebenen Anwendungstradition zu Anwendungsgebiet, Zubereitung und Dosierung. Ergänzend liefert eine In-vitro-Untersuchung erste Hinweise auf interessante antioxidative Eigenschaften der enthaltenen Flavonoide. Die traditionelle Anwendung bleibt die Grundlage, auf der Birkenblatt heute genutzt wird.


Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information über Birkenblatt und die traditionelle Pflanzenkunde und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Apotheke.


Quellen

  • European Medicines Agency (HMPC). European Union herbal monograph on Betula pendula Roth and/or Betula pubescens Ehrh. as well as hybrids of both species, folium. EMA/HMPC/573241/2014, 24. November 2014. ema.europa.eu
  • ESCOP Monographs. Betulae folium (Birch Leaf). European Scientific Cooperative on Phytotherapy. escop.com
  • Bljajić K, et al. Effect of Betula pendula Leaf Extract on α-Glucosidase and Glutathione Level in Glucose-Induced Oxidative Stress. Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine, 2016 (in vitro). PMID: 27668005. pmc.ncbi.nlm.nih.gov
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