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Natura Nova – traditionelle europäisch bewährte Rezepturen
Natura Nova – traditionell europäisch bewährte Rezepturen

Natura Nova

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Sonnencreme als Schutz auf der Haut

Verursacht Sonnencreme Krebs? Was Studien wirklich zeigen

Seit einiger Zeit kursiert online eine hartnäckige Behauptung: Sonnencreme fördere Krebs, statt davor zu schützen. Gleichzeitig gibt es tatsächlich Inhaltsstoffe in manchen Sonnenschutzmitteln, die berechtigte Fragen aufwerfen. Ein Blick auf die Studienlage trennt Mythos von echter Kontroverse – und zeigt, wie Ernährung den Eigenschutz der Haut sinnvoll ergänzen kann.

Woher die Behauptung "Sonnencreme verursacht Krebs" stammt

Immer wieder verbreiten sich in sozialen Netzwerken Videos und Beiträge, die suggerieren, nicht die Sonne, sondern die Chemie in der Tuben sei das eigentliche Krebsrisiko. Die Deutsche Gesellschaft für Dermatologie und internationale Fachgesellschaften weisen diese Behauptung übereinstimmend zurück: Es handelt sich um keine neue Studienlage, sondern um eine seit Jahren zirkulierende Fehlinformation, die sich seit 2020 beschleunigt verbreitet hat.

Die vorhandene Evidenz zeigt das Gegenteil. Eine randomisiert-kontrollierte australische Langzeitstudie (Nambour-Trial) fand, dass tägliche Sonnencreme-Anwendung die Melanom-Häufigkeit über einen Beobachtungszeitraum von mehreren Jahren um rund die Hälfte senkte. Eine norwegische Kohortenstudie kam zu einer Risikoreduktion von rund 30 Prozent bei regelmässiger Anwendung von Lichtschutzfaktor 15 oder höher. Weitere Untersuchungen zeigen niedrigere Raten von Plattenepithelkarzinomen bei konsequenter Anwendung. UV-Strahlung selbst gilt als gesicherter Karzinogen der höchsten Einstufungskategorie der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC).

Ein 2026 erneut kursierendes Gerücht, eine Studie habe "massiv erhöhte" Hautkrebsraten durch Sonnencreme belegt, geht auf eine Fehlinterpretation zurück: Die zugrunde liegende Arbeit beschrieb den sogenannten "Sonnencreme-Paradox"-Effekt – Menschen setzen sich wegen eines trügerischen Sicherheitsgefühls länger und häufiger ungeschützter UV-Strahlung aus, statt seltener nachzucremen. Die Studie selbst betonte die Wichtigkeit von ausreichender und häufiger Sonnencreme-Anwendung.

Welche Kritikpunkte an einzelnen Inhaltsstoffen tatsächlich berechtigt sind

Unabhängig vom Krebs-Mythos gibt es zwei konkrete, gut dokumentierte Diskussionspunkte, die in der Fachliteratur und bei Aufsichtsbehörden ernst genommen werden.

Octocrylen und die Bildung von Benzophenon. Der UV-Filter Octocrylen kann sich mit der Zeit – begünstigt durch Lagerung, Wärme und Lichteinwirkung – über eine Retro-Aldolkondensation in Benzophenon umwandeln. Eine Analyse von Forschenden der Universität Sorbonne und des CNRS wies nach, dass die Benzophenon-Konzentration in Octocrylen-haltigen Produkten mit zunehmendem Alter der Formulierung ansteigt. Benzophenon wurde von der IARC 2013 als "möglicherweise krebserregend" eingestuft, basierend vor allem auf Tierstudien. Wichtig zur Einordnung: Es gibt bislang keinen belegten Zusammenhang zwischen direktem Hautkontakt mit Benzophenon und Krebs beim Menschen; die Einstufung beruht auf einer begrenzten, vorsorgeorientierten Datenlage. Die EU hat Benzophenon als Inhaltsstoff seit November 2023 in Kosmetika verboten, sodass neu hergestellte Produkte frei davon sind. Fachgesellschaften wie die Deutsche Dermatologische Gesellschaft empfehlen dennoch, Octocrylen-haltige Sonnencreme nach etwa einer Saison zu entsorgen, statt sie über Jahre aufzubrauchen.

DHHB und die Verunreinigung mit dem Weichmacher DnHexP. Der beliebte, gut verträgliche UV-A-Filter DHHB (Diethylamino-Hydroxybenzoyl-Hexyl-Benzoat) kann herstellungsbedingt mit dem Weichmacher Di-n-Hexyl-Phthalat (DnHexP) verunreinigt sein – einem Stoff, der seit 2019 wegen des Verdachts auf fortpflanzungsschädigende Wirkung in Kosmetika verboten ist. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) wies das Abbauprodukt dieses Weichmachers wiederholt im Urin von Kindern nach und bestätigte den Zusammenhang mit DHHB-haltigen Sonnenschutzmitteln. Zur Einordnung, was in den meisten Berichten zu kurz kommt: Die gemessenen Werte lagen bei über 99 Prozent der untersuchten Kinder unterhalb der Schwelle für gesundheitliche Besorgnis, eine Einschätzung, die auch das Bundesinstitut für Risikobewertung teilt. Zudem zeigte sich, dass DnHexP-freie DHHB-Produkte am Markt bereits verfügbar sind – es handelt sich also um eine vermeidbare Herstellungsverunreinigung, nicht um eine Eigenschaft des Filters selbst. Die zuständigen Behörden betonen ausdrücklich, dass Sonnenschutz weiterhin verwendet werden sollte, da das Risiko eines Sonnenbrands deutlich grösser einzuschätzen ist als jenes der Verunreinigung.

Mineralische Nanopartikel-Filter (Titandioxid, Zinkoxid). Anders als bei Octocrylen und DHHB fällt die Bewertung bei mineralischen Filtern deutlich beruhigender aus. Der wissenschaftliche Ausschuss der EU (SCCS) hat Nano-Titandioxid als UV-Filter in Konzentrationen bis 25 Prozent als sicher eingestuft – sowohl bei gesunder, intakter als auch bei sonnenverbrannter Haut. Die Grundlage dafür sind zahlreiche Hautpenetrationsstudien, die übereinstimmend zeigen, dass die Partikel die oberste Hautschicht nicht durchdringen und somit nicht in den Blutkreislauf gelangen. Der oft zitierte IARC-Verdacht, Titandioxid sei "möglicherweise krebserregend", bezieht sich ausschliesslich auf eingeatmeten Titandioxid-Staub – ein Expositionsweg, der bei Cremes und Lotionen praktisch keine Rolle spielt, bei Sprühprodukten aber theoretisch relevant werden kann. Zur weiteren Einordnung wird oft das in der EU verbotene Titandioxid als Lebensmittelzusatzstoff (E171) angeführt; dieses Verbot betraf jedoch Bedenken zur oralen Aufnahme von Nanopartikeln und lässt sich nicht auf die topische kosmetische Anwendung übertragen. Eine ältere, vereinzelte Untersuchung fand nach mehrtägiger Anwendung von zinkhaltiger Sonnencreme leicht erhöhte Zinkwerte in Blut und Urin; ob diese tatsächlich aus den Nanopartikeln selbst oder aus gelösten Zinkionen der Formulierung stammten, blieb ungeklärt und gilt nicht als etabliertes Risiko.

Inhaltsstoff Diskussionspunkt Aktueller Stand
Octocrylen Zersetzung zu Benzophenon bei Lagerung Benzophenon seit 2023 in der EU verboten; ältere Produkte nach einer Saison entsorgen
DHHB Herstellungsbedingte Verunreinigung mit DnHexP Werte laut LANUV/BfR bei >99% unterhalb der Besorgnisschwelle; DnHexP-freie Produkte verfügbar
Oxybenzon, Homosalat u. a. Systemische Absorption, mögliche hormonelle Wirkung, Umweltbelastung von Korallen Absorption belegt (FDA), klinische Relevanz für den Menschen weiter Gegenstand der Forschung
Titandioxid, Zinkoxid (nano) IARC-Einstufung bezieht sich auf eingeatmeten Staub, nicht auf Cremes Von SCCS bis 25% als sicher eingestuft; keine relevante Hautpenetration nachgewiesen; nur bei Sprays theoretisch relevant

Was UV-Strahlung nachweislich mit Hautkrebs zu tun hat

Während einzelne Inhaltsstoffe berechtigte Fragen aufwerfen, ist der Zusammenhang zwischen UV-Strahlung und Hautkrebs eine der am besten belegten Tatsachen der Dermatologie. UV-B-Strahlung verursacht direkte DNA-Schäden, UV-A-Strahlung dringt tiefer ein und begünstigt oxidativen Stress – beide Mechanismen tragen zur Entstehung von Melanomen sowie Basalzell- und Plattenepithelkarzinomen bei. Eine massvolle, unregelmässige Sonnenexposition ohne Sonnenbrand ist für die körpereigene Vitamin-D-Bildung sinnvoll; ausgedehnte, ungeschützte Sonnenbestrahlung – insbesondere in der Mittagszeit – erhöht das Hautkrebsrisiko dagegen nachweislich. Ein häufig diskutierter Nebenaspekt: Eine 2025 veröffentlichte Übersichtsarbeit deutet an, dass hochdosierter Lichtschutzfaktor (SPF 50 und höher) die Vitamin-D-Synthese messbar reduzieren kann. Die Autor:innen betonen jedoch selbst, dass weitere Forschung nötig ist, um daraus gesundheitspolitische Empfehlungen abzuleiten – und verweisen auf Nahrungsquellen und gegebenenfalls Supplementierung als zuverlässigeren Weg zur Vitamin-D-Versorgung als eine reduzierte Sonnencreme-Anwendung.

Warum die Tageszeit der Sonnenexposition mehr Einfluss hat als oft gedacht

Ein Gedanke, der in der Diskussion um Sonnenschutz-Inhaltsstoffe oft mitschwingt: Wäre es nicht sinnvoller, sich statt auf Cremes auf eine begrenzte, bewusst gewählte Sonnenzeit zu verlassen? Dermatologische Fachgesellschaften bestätigen diesen Ansatz als sinnvolle Ergänzung – nicht als Alternative. Die UV-Intensität schwankt im Tagesverlauf erheblich und erreicht zwischen etwa 10 und 16 Uhr ihren Höhepunkt; ausserhalb dieses Fensters ist das Verhältnis von Vitamin-D-Bildung zu DNA-Schädigung günstiger. Wer die intensivsten Stunden meidet, im Schatten bleibt und UPF-geschützte Kleidung sowie Kopfbedeckung nutzt, reduziert die benötigte Menge an Sonnenschutzmittel spürbar, ohne auf dessen Wirkung ganz zu verzichten. Diese Kombination – Zeitfenster, Kleidung, Schatten, Sonnencreme – wird von Fachgesellschaften ausdrücklich als mehrschichtige Strategie empfohlen, weil keine einzelne Massnahme für sich genommen ausreichenden Schutz bei längerem Aufenthalt im Freien bietet. Eine unregelmässige, kurze und unverbrannte Sonnenexposition ausserhalb der Mittagszeit gilt zudem als unproblematisch für die körpereigene Vitamin-D-Synthese, während längere, ungeschützte Aufenthalte gerade in der Mittagszeit das Risiko für Sonnenbrand und in der Folge für Hautkrebs deutlich erhöhen.

Wie Carotinoide den Eigenschutz der Haut von innen unterstützen können

Neben Sonnenschutzmitteln, Kleidung und Schattenaufenthalt gibt es einen dritten, weniger bekannten Baustein: die systemische Fotoprotektion durch die Ernährung. Mehrere placebokontrollierte Studien am Menschen untersuchten die Wirkung von oral eingenommenem Beta-Carotin und anderen Carotinoiden wie Lycopin und Lutein auf die UV-Empfindlichkeit der Haut.

Die Datenlage zeigt: Eine tägliche Einnahme von 15 bis 30 Milligramm Beta-Carotin über einen Zeitraum von rund 10 bis 12 Wochen kann die Schwelle für UV-induzierte Hautrötung (Erythem) nachweislich erhöhen – der Effekt baut sich also erst nach mehrwöchiger, regelmässiger Einnahme auf, nicht kurzfristig vor einem Sonnentag. In systematischen Übersichtsarbeiten wird der erreichbare Schutzeffekt mit einem geschätzten Lichtschutzfaktor von etwa 4 verglichen – deutlich niedriger als bei topischen Sonnenschutzmitteln. Mischungen aus mehreren Carotinoiden (Beta-Carotin, Lycopin, Lutein) zeigten in klinischen Studien zudem einen Schutz auf molekularer Ebene gegen UV-A-induzierte Genexpression, die mit Hautalterung und -schädigung in Verbindung steht.

Wissenschaftliche Übersichtsarbeiten sind bei der Einordnung eindeutig: Carotinoide bauen eine gewisse Basisresistenz der Haut auf, ersetzen aber unter keinen Umständen Sonnencreme, Kleidung oder Schattenaufenthalt bei längerer oder intensiver Sonnenexposition. Der Nutzen liegt in der Ergänzung des bestehenden Sonnenschutzkonzepts, nicht in dessen Ersatz.

Sicherheit und Anwendung

Carotinoidreiche Lebensmittel – Karotten, Süsskartoffeln, Aprikosen, Tomaten, Grünkohl – gelten als unbedenklich und können in jedem Lebensalter Teil einer ausgewogenen Ernährung sein. Bei isolierten, hochdosierten Beta-Carotin-Präparaten gilt es dagegen, eine wichtige Einschränkung zu beachten: Zwei grosse randomisiert-kontrollierte Studien (die finnische ATBC-Studie und die US-amerikanische CARET-Studie) zeigten bei starken Rauchern und Asbest-exponierten Personen, die täglich 20 bis 30 Milligramm synthetisches Beta-Carotin einnahmen, ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko gegenüber Placebo. Dieser Effekt betraf ausschliesslich hochdosierte, isolierte Supplemente bei Personen mit bereits erhöhtem Ausgangsrisiko – nicht die Zufuhr über Lebensmittel. Rauchende und ehemals stark rauchende Personen sollten daher vor einer Beta-Carotin-Supplementierung ärztlichen Rat einholen. Für Schwangere, Stillende und Kinder liegen keine ausreichenden Sicherheitsdaten zu hochdosierten Carotinoid-Präparaten vor; eine Nahrungsergänzung sollte in diesen Fällen nur nach Rücksprache mit einer Fachperson erfolgen. Bei sehr hoher Zufuhr kann zudem eine harmlose, reversible Gelbfärbung der Haut (Karotenodermie) auftreten.

Fazit

Die pauschale Behauptung, Sonnencreme verursache Krebs, hält der aktuellen Studienlage nicht stand – im Gegenteil belegen kontrollierte Studien einen deutlichen Schutzeffekt gegenüber Melanomen und anderen Hautkrebsarten. Gleichzeitig existieren reale, gut dokumentierte Diskussionspunkte zu einzelnen Inhaltsstoffen wie Octocrylen und DHHB, die Aufsichtsbehörden ernst nehmen, ohne von der Sonnencreme-Nutzung abzuraten. Wer zusätzlich zur äusseren Anwendung auf eine carotinoidreiche Ernährung achtet, kann die körpereigene Widerstandsfähigkeit der Haut unterstützen – als Ergänzung, nicht als Ersatz für Sonnenschutz, Kleidung und Schattenaufenthalt während der intensivsten Sonnenstunden.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Bei Fragen zu Hautkrebsrisiko, Sonnenschutz oder Nahrungsergänzung wenden Sie sich an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Apotheke.

Quellen

  • Green AC et al., "Reduced Melanoma After Regular Sunscreen Use", J Clin Oncol, Nambour Trial – RCT, Mensch
  • Snopes: Fact-Check zur "Sonnencreme-Paradox"-Studie (2023, Cancers), 2026
  • The Skin Cancer Foundation: "Sunscreen Safety: The Facts", 2025/2026
  • Sorbonne Université/CNRS: Studie zur Octocrylen-Benzophenon-Umwandlung, Chemical Research in Toxicology
  • IARC Monograph zu Benzophenon (2013)
  • LANUV Nordrhein-Westfalen: Untersuchungen zu DnHexP im Kinderurin, 2024–2026
  • Scientific Committee on Consumer Safety (SCCS) der EU: Stellungnahmen zu Nano-Titandioxid als UV-Filter
  • BfR: "Sonnencreme und Co.: Gibt es gesundheitliche Risiken?" – Einordnung zu Nano-Titandioxid
  • Surber C et al., "Nano is big! Facts and myths about nanoparticulate UV filters", Hautarzt, 2022 – narrative Übersicht
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Stellungnahme zu DnHexP, März 2024
  • Natarelli N et al., "Oral Supplements and Photoprotection: A Systematic Review", J Med Food, 2025 – systematische Übersichtsarbeit
  • Baswan SM et al., "Role of ingestible carotenoids in skin protection", Photodermatol Photoimmunol Photomed, 2021 – Übersichtsarbeit
  • Köpcke W, Krutmann J., "Systemic photoprotection through carotenoids", 2006 – narrative Übersicht
  • Aust O et al., British Journal of Dermatology, placebokontrollierte Crossover-Studie zu Lycopin/Lutein, 2017 – RCT, Mensch
  • ATBC Cancer Prevention Study Group, N Engl J Med, 1994 – RCT, Mensch (Raucher)
  • Omenn GS et al., CARET-Studie, N Engl J Med, 1996 – RCT, Mensch (Raucher/Asbestexponierte)
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