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Natura Nova – traditionelle europäisch bewährte Rezepturen
Natura Nova – traditionell europäisch bewährte Rezepturen

Natura Nova

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Frische Brokkolisprossen als pflanzliche Quelle von Sulforaphan

Wenn Brokkolisprossen auf Stadtluft treffen: Was die Forschung zu Sulforaphan zeigt

In einer chinesischen Region mit besonders hoher Luftbelastung tranken 291 Menschen zwölf Wochen lang täglich einen Sprossen-Shake – und ihr Körper begann, messbar mehr Schadstoffe auszuscheiden. Was diese Studie und ihre Nachfolgeuntersuchungen über Sulforaphan und die körpereigene Entgiftung zeigen, ist überraschend konkret.

Was ist Sulforaphan – und warum gerade Sprossen?

Sulforaphan ist ein Isothiocyanat, das in Kreuzblütlern wie Brokkoli, Rosenkohl oder Grünkohl vorkommt. Es steckt allerdings nicht fertig in der Pflanze, sondern entsteht erst aus einer Vorstufe: dem Glucosinolat Glucoraphanin. Erst wenn Pflanzenzellen verletzt werden – etwa beim Kauen, Schneiden oder Zerkleinern –, trifft Glucoraphanin auf das Enzym Myrosinase und wird in aktives Sulforaphan umgewandelt. Besonders reich an dieser Vorstufe sind junge Brokkolisprossen: Sie enthalten pro Gramm ein Vielfaches der Menge, die sich in ausgereiftem Brokkoli findet. Genau diese Eigenschaft machte Sprossen für Forschungsteams interessant, die untersuchen wollten, ob sich diese Pflanzenverbindung gezielt für die Unterstützung körpereigener Schutzmechanismen nutzen lässt.

Wie Sulforaphan auf zellulärer Ebene wirkt: der Nrf2-Signalweg

Das bislang am besten erforschte Zielmolekül von Sulforaphan ist ein Protein namens Keap1, das im Ruhezustand den Transkriptionsfaktor Nrf2 in Schach hält und ihn kontinuierlich für den Abbau markiert. Bindet Sulforaphan an Keap1, wird dieser Mechanismus unterbrochen: Nrf2 reichert sich an, wandert in den Zellkern und aktiviert dort die Produktion einer ganzen Reihe körpereigener Schutzenzyme – darunter Glutathion-S-Transferasen und NAD(P)H-Chinon-Oxidoreduktase 1. Diese sogenannten Phase-II-Enzyme sind zentral daran beteiligt, körperfremde und reaktive Substanzen wasserlöslicher zu machen, damit sie über Niere oder Galle ausgeschieden werden können. Eine 2017 im Fachjournal Trends in Food Science & Technology erschienene Übersichtsarbeit von Dinkova-Kostova, Fahey, Kostov und Kensler beschreibt dieses Keap1-Nrf2-Zusammenspiel als das bislang einzige validierte molekulare Ziel von Sulforaphan – nach über zwei Jahrzehnten Forschung an Zellen, Tiermodellen und Menschen. Bemerkenswert an diesem Signalweg ist seine Breite: Nrf2 reguliert nicht nur einzelne Enzyme, sondern ein ganzes Netzwerk von Genen, die an Entgiftung, Antioxidation und Zellschutz beteiligt sind – ein Grund, weshalb Sulforaphan in der Grundlagenforschung als besonders potenter natürlicher Nrf2-Aktivator gilt.

Was die Studien aus Qidong über die Ausscheidung von Luftschadstoffen zeigen

Am konkretesten wird die Verbindung zwischen Sulforaphan und der Elimination von Luftschadstoffen in einer Reihe randomisiert-kontrollierter Studien, die ein Forschungsteam der Johns Hopkins University gemeinsam mit chinesischen Kolleginnen und Kollegen in der Region Qidong durchführte – einem Gebiet mit besonders hoher Belastung durch Industrieluft. In der zentralen Studie von Egner und Kollegen aus dem Jahr 2014 tranken 291 Teilnehmende zwölf Wochen lang täglich ein Sprossengetränk mit standardisiertem Gehalt an Glucoraphanin und Sulforaphan oder ein geschmacklich identisches Placebo. Gemessen wurde die Ausscheidung von Mercaptursäuren – Abbauprodukten, die entstehen, wenn Schadstoffe wie Benzol oder Acrolein über die Kopplung an Glutathion verstoffwechselt werden. Das Ergebnis: In der Sprossengruppe stieg die Ausscheidung von Benzol-Konjugaten im Mittel um 61 Prozent, jene von Acrolein-Konjugaten um 23 Prozent – ein Effekt, der bereits früh einsetzte und über die gesamte Studiendauer stabil blieb.

Eine Folgestudie aus dem Jahr 2019 von Chen und Kollegen untersuchte anschliessend, welche Dosis für diesen Effekt tatsächlich notwendig ist. In einem zehntägigen, placebokontrollierten Design mit 170 Teilnehmenden und drei unterschiedlich konzentrierten Sprossengetränken zeigte sich ein klar dosisabhängiges Muster: Nur die höchste getestete Konzentration führte zu einer statistisch signifikanten Steigerung der Benzol-Ausscheidung von rund 63 Prozent, während die niedrigeren Dosierungen deutlich schwächer oder gar nicht wirkten.

Studie Design Teilnehmende Dauer Zentrales Ergebnis
Egner et al., 2014 RCT, placebokontrolliert 291 12 Wochen Benzol-Ausscheidung +61%, Acrolein-Ausscheidung +23%
Chen et al., 2019 RCT, placebokontrolliert, dosisabhängig 170 10 Tage Nur Höchstdosis statistisch signifikant (+63% Benzol)
Chartoumpekis et al., 2019 RCT, Sicherheitsanalyse einer Teilkohorte 45 12 Wochen Keine Veränderung von Schilddrüsenwerten oder -autoimmunität

Was diese Ergebnisse für den Alltag bedeuten – und was noch offen ist

Für die Einordnung ist wichtig: Die Qidong-Studien fanden in einer Region mit deutlich höherer Schadstoffbelastung statt, als sie in der Schweiz oder Mitteleuropa üblich ist – die absoluten Ausgangswerte lassen sich nicht eins zu eins übertragen. Zudem kam in den Studien ein standardisiertes Sprossengetränk mit exakt definierter Dosis zum Einsatz – 600 Mikromol Glucoraphanin und 40 Mikromol Sulforaphan täglich. Eine Menge, die sich über den Verzehr roher Sprossen im Alltag nur näherungsweise erreichen lässt, da der Sulforaphangehalt je nach Sorte, Wachstumsstadium und Zubereitung erheblich schwankt. Wird Brokkoli oder werden Sprossen stark erhitzt, verliert das für die Umwandlung notwendige Enzym Myrosinase an Aktivität – ein Grund, weshalb in der Forschung meist roh oder nur kurz gedünstet verzehrte Sprossen untersucht werden. Offen bleibt zudem, ob sich die in Qidong beobachteten kurzfristigen Ausscheidungseffekte langfristig auch auf gesundheitliche Endpunkte wie das Atemwegs- oder Krebsrisiko übertragen – dafür braucht es Studien mit deutlich längerer Beobachtungsdauer und harten klinischen Endpunkten statt Ausscheidungsmarkern.

Auch in der Schweiz und im übrigen Mitteleuropa sind Menschen alltäglich Luftschadstoffen ausgesetzt – wenn auch typischerweise in geringeren Konzentrationen als im industriell geprägten Qidong. Feinstaub, Stickoxide und flüchtige organische Verbindungen wie Benzol stammen hierzulande vor allem aus Strassenverkehr, Heizungen und industriellen Quellen und werden von Bundesämtern regelmässig erfasst. Ob und in welchem Umfang sich die in China beobachteten Effekte auf die im Vergleich niedrigere, aber dennoch relevante Schadstoffbelastung in Mitteleuropa übertragen lassen, ist bislang nicht in eigenständigen Studien untersucht worden – ein Punkt, der bei der Einordnung der Ergebnisse mitgedacht werden sollte.

Sicherheit & Anwendung

Schilddrüse: Da Kreuzblütler Glucosinolate enthalten, die in sehr hohen Mengen die Jodaufnahme der Schilddrüse beeinträchtigen können, wurde die Sicherheit von Sulforaphan-Präparaten für die Schilddrüse gezielt untersucht. Eine Teilanalyse der Qidong-Kohorte fand bei 45 Teilnehmerinnen nach zwölf Wochen keine Veränderung von TSH, freiem Thyroxin oder schilddrüsenspezifischen Autoantikörpern.

Schwangerschaft & Stillzeit: Für konzentrierte Sprossenextrakte oder isoliertes Sulforaphan in Nahrungsergänzungsform liegen für Schwangerschaft und Stillzeit keine ausreichenden Sicherheitsdaten vor. Für den gewöhnlichen Verzehr von Kreuzblütlern über die Ernährung besteht nach Einschätzung der europäischen Lebensmittelbehörde kein bekanntes Risiko; bei konzentrierten Präparaten ist jedoch Zurückhaltung angezeigt.

Kinder: Für Kinder liegen keine spezifischen Dosierungs- oder Sicherheitsdaten zu Sulforaphan-Präparaten vor.

Wechselwirkungen: Da Sulforaphan Phase-II-Enzyme induziert, die auch am Abbau bestimmter Medikamente beteiligt sind, ist bei regelmässiger Einnahme hochdosierter Präparate und gleichzeitiger Medikation grundsätzlich eine Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sinnvoll.

Sulforaphan wirkt in den beschriebenen Studien in erster Linie über die Aktivierung körpereigener Enzyme in der Leber – dem zentralen Organ der körpereigenen Entgiftung. Wer diesen Aspekt der Leberfunktion ganz grundsätzlich unterstützen möchte, findet in der europäischen Kräutertradition eine ganze Reihe von Pflanzen, die seit Langem im Zusammenhang mit der Leber untersucht werden.

Leber essentia von Natura Nova

Fünf Pflanzen der europäischen Kräutertradition – Mariendistel, Artischocke, Löwenzahn, Pfefferminze und Schafgarbe – kombiniert mit Cholin, das laut zugelassener Angabe zur Erhaltung einer normalen Leberfunktion beiträgt. Wichtig zur Einordnung: Leber essentia enthält kein Sulforaphan und wurde nicht in den hier beschriebenen Studien untersucht. Die Formel richtet sich an alle, die die Leber als zentrales Stoffwechsel- und Entgiftungsorgan generell im Blick behalten möchten – unabhängig vom Sulforaphan-Mechanismus.

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Fazit: Was gezeigt ist – und was noch aussteht

Die Studienlage aus Qidong ist für pflanzliche Verbindungen ungewöhnlich konkret: Mehrere randomisiert-kontrollierte Studien am Menschen zeigen einen reproduzierbaren, dosisabhängigen Effekt von Sulforaphan aus Brokkolisprossen auf die Ausscheidung spezifischer Luftschadstoffe. Der zugrunde liegende Mechanismus – die Aktivierung des Nrf2-Signalwegs und die daraus folgende Induktion von Phase-II-Entgiftungsenzymen – ist molekularbiologisch gut charakterisiert. Offen bleibt, wie sich dieser kurzfristige Ausscheidungseffekt auf langfristige gesundheitliche Endpunkte auswirkt und wie gut sich die in der Studie verwendete standardisierte Dosis über die Ernährung im Alltag erreichen lässt. Vielversprechend, aber noch nicht vollständig – das ist eine ehrliche Zusammenfassung des aktuellen Forschungsstands.

Rechtlicher Hinweis

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder ernährungsfachliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise. Bei bestehenden Erkrankungen, in Schwangerschaft und Stillzeit sowie vor der Einnahme durch Kinder empfiehlt sich eine Rücksprache mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Apotheke.

Quellen

  • Egner PA, Chen JG, Zarth AT, et al. Rapid and Sustainable Detoxication of Airborne Pollutants by Broccoli Sprout Beverage: Results of a Randomized Clinical Trial in China. Cancer Prevention Research. 2014;7(8):813–823. PubMed: PMID 24913818
  • Chen JG, Johnson J, Egner P, et al. Dose-dependent detoxication of the airborne pollutant benzene in a randomized trial of broccoli sprout beverage in Qidong, China. American Journal of Clinical Nutrition. 2019;110(3):675–684. PubMed: PMID 31268126
  • Dinkova-Kostova AT, Fahey JW, Kostov RV, Kensler TW. KEAP1 and done? Targeting the NRF2 pathway with sulforaphane. Trends in Food Science & Technology. 2017;69:257–269. PubMed: PMID 29242678
  • Chartoumpekis DV, Ziros PG, Chen JG, Groopman JD, Kensler TW, Sykiotis GP. Broccoli sprout beverage is safe for thyroid hormonal and autoimmune status: Results of a 12-week randomized trial. Food and Chemical Toxicology. 2019;126:1–6. PubMed: PMID 30735751
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