Rund 100'000 Mal schlägt ein durchschnittliches Herz an einem einzigen Tag – ohne Pause, ohne bewusste Steuerung, ohne Ferien. Damit dieser Muskel über Jahrzehnte zuverlässig arbeitet, braucht er einen ständigen Nachschub an ganz bestimmten Nährstoffen: Elektrolyte für den elektrischen Takt, Fettsäuren für die Zellmembranen, Coenzyme für die Energieproduktion. Was das Herz auf zellulärer Ebene wirklich braucht – und was die Forschung dazu bereits zeigen konnte – im Überblick.
Weissdorn und Olivenblatt: die traditionelle Pflanzenkunde für das Herz
Weissdorn (Crataegus) gehört zu den am längsten in Europa verwendeten Pflanzen der Kräuterkunde für das Herz-Kreislauf-System. Eine Cochrane-Übersichtsarbeit (Metaanalyse randomisiert-kontrollierter Studien) wertete 14 placebokontrollierte Studien mit Menschen mit chronischer Herzinsuffizienz aus: Als Ergänzung zur Standardtherapie verbesserte Weissdornextrakt die körperliche Belastbarkeit spürbar – Betroffene konnten sich in den Studien länger und mit weniger Atemnot belasten als unter Placebo. Die Forschung an Weissdorn läuft seither weiter, unter anderem zu langfristigen Effekten bei unterschiedlichen Schweregraden der Herzinsuffizienz.
Olivenblatt bringt mediterrane Tradition mit ins Bild: Die enthaltenen Polyphenole, allen voran Oleuropein, wurden in mehreren randomisiert-kontrollierten Cross-over-Studien untersucht. In einer Studie mit leicht erhöhtem Blutdruck senkte ein oleuropeinreicher Olivenblattextrakt den systolischen 24-Stunden-Blutdruck um rund 3.3 mmHg gegenüber der Kontrollphase – ein Effekt in einer Grössenordnung, wie sie sonst auch von gezielten Lifestyle-Massnahmen bekannt ist. Wer bereits Blutdrucksenker oder Herzmedikamente wie Digoxin einnimmt, bespricht pflanzliche Ergänzungen am besten kurz mit der Ärztin oder dem Apotheker.
Omega-3-Fettsäuren: der Effekt auf Blutfette und Herzfrequenz
EPA und DHA, die beiden marinen Omega-3-Fettsäuren, gehören zu den am besten untersuchten Nährstoffen der Kardiologie. Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse von zehn randomisiert-kontrollierten Studien bei Menschen mit koronarer Herzkrankheit (2024) zeigte unter Omega-3-Supplementierung (1–4 g EPA+DHA täglich) eine Senkung der Triglyceride um durchschnittlich 17.5 mg/dl und des LDL-Cholesterins um 9.4 mg/dl gegenüber Placebo. Eine weitere Metaanalyse von 51 randomisiert-kontrollierten Studien mit rund 3000 Teilnehmenden fand zudem eine leichte, aber konsistente Senkung der Ruheherzfrequenz um etwa 2.2 Schläge pro Minute – ein Effekt, der sich vor allem auf DHA zurückführen liess.
Der Körper kann EPA und DHA nicht in ausreichender Menge selbst herstellen – sie kommen über fetten Fisch oder veganes Algenöl auf den Teller. Wer Blutverdünner einnimmt, bespricht höhere Omega-3-Dosen am besten kurz mit der Ärztin.
Magnesium: der Mineralstoff hinter jedem Herzschlag
Jeder Herzschlag ist eine elektrisch gesteuerte Muskelkontraktion – und Magnesium ist an genau diesem Prozess auf zellulärer Ebene beteiligt, unter anderem über die Regulation des Calciumeinstroms in die Muskelzelle. Eine grosse Dosis-Wirkungs-Metaanalyse von 40 prospektiven Kohortenstudien mit über einer Million Teilnehmenden zeigte: Pro 100 mg höherer täglicher Magnesiumzufuhr sank das Risiko für Herzinsuffizienz über die Beobachtungszeit um 22 Prozent und das Schlaganfallrisiko um 7 Prozent.
Magnesium steckt vor allem in Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten, Nüssen und grünem Blattgemüse – eine abwechslungsreiche Ernährung deckt den Bedarf in der Regel gut ab. Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion lohnt sich vor einer zusätzlichen Einnahme ein kurzes Gespräch mit der Ärztin.
Kalium: das Gegengewicht zu Natrium im Blutdruckhaushalt
Kalium und Natrium arbeiten im Körper als Gegenspieler: Während Natrium Wasser bindet und den Blutdruck tendenziell erhöht, wirkt Kalium in die andere Richtung. Eine Metaanalyse aus 22 randomisiert-kontrollierten Studien und 11 Kohortenstudien mit insgesamt über 128'000 Teilnehmenden zeigte: Eine erhöhte Kaliumzufuhr senkte den systolischen Blutdruck um durchschnittlich 3.5 mmHg und den diastolischen um 2.0 mmHg, mit dem grössten Nutzen bei Menschen mit bereits erhöhtem Blutdruck.
Kalium steckt reichlich in Bananen, Kartoffeln, Hülsenfrüchten, Trockenfrüchten und grünem Gemüse – über die normale Ernährung lässt sich der Bedarf mühelos decken. Bei eingeschränkter Nierenfunktion oder unter bestimmten Blutdruckmedikamenten empfiehlt sich vor gezielten Kaliumpräparaten eine kurze ärztliche Rücksprache.
Coenzym Q10: der Zellenergie-Baustein, der mit dem Alter abnimmt
Coenzym Q10 ist ein zentraler Baustein der Atmungskette in den Mitochondrien und damit direkt an der Produktion von ATP – der zellulären Energiewährung – beteiligt. Der Herzmuskel gehört zu den Geweben mit dem höchsten Energiebedarf im Körper und entsprechend hohem Q10-Gehalt, das mit zunehmendem Alter messbar abnimmt.
In der Q-SYMBIO-Studie (randomisiert-kontrollierte Studie, 420 Teilnehmende mit diagnostizierter Herzinsuffizienz) reduzierte eine zweijährige Einnahme von 300 mg Coenzym Q10 täglich zusätzlich zur Standardtherapie das Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse um rund die Hälfte gegenüber Placebo – eines der deutlichsten Ergebnisse, die für einen Mikronährstoff in einer grossen kardiologischen Studie je gezeigt wurden. Wer Blutverdünner einnimmt, ergänzt Q10 am besten in Absprache mit der Ärztin.
Vitamin B1 (Thiamin): der unterschätzte Mikronährstoff im Energiehaushalt des Herzens
Thiamin ist Cofaktor mehrerer Enzyme des Energiestoffwechsels – und damit auch für die Energieversorgung des Herzmuskels relevant. Der Zusammenhang ist historisch gut dokumentiert: Bereits im 19. Jahrhundert erkannte man, dass ein schwerer Thiaminmangel zur sogenannten Beriberi-Herzkrankheit führt, bei der das Herz mit gesteigerter Auswurfleistung arbeitet, um einen erniedrigten Gefässwiderstand auszugleichen. Diese Erkenntnis ist bis heute relevant: Menschen mit Herzinsuffizienz unter Langzeittherapie mit Schleifendiuretika haben einen erhöhten Thiaminbedarf, weil diese Medikamente die Ausscheidung über die Nieren steigern.
Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte und Schweinefleisch liefern zuverlässig Thiamin für den Alltag. Wer dauerhaft Diuretika einnimmt, kann den eigenen Vitamin-B1-Status bei Gelegenheit ärztlich checken lassen.
| Nährstoff / Pflanze | Rolle im Herz-Kreislauf-System | Natürliche Quellen |
|---|---|---|
| Omega-3 (EPA/DHA) | Blutfette, Herzfrequenz | Fetter Fisch, Algenöl |
| Magnesium | Muskelkontraktion, Elektrolythaushalt | Vollkorn, Hülsenfrüchte, Nüsse, Blattgemüse |
| Kalium | Blutdruckhaushalt | Bananen, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Trockenfrüchte |
| Weissdorn | Traditionelle Pflanzenkunde, Belastbarkeit | Pflanzenextrakt aus Blatt und Blüte |
| Olivenblatt | Blutdruck | Olivenblattextrakt |
| Coenzym Q10 | Zelluläre Energieproduktion | Fettreicher Fisch, Innereien, Nüsse |
| Vitamin B1 (Thiamin) | Energiestoffwechsel des Herzmuskels | Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Schweinefleisch |
Einige dieser Nährstoffe in der Natura Nova Produktlinie
Herz essentia kombiniert Weissdorn, Olivenblatt, Melisse, Rosmarin, Lavendel und Schafgarbe (500 mg Pflanzenkomplex pro Kapsel) mit Thiamin. Thiamin trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel, zu einer normalen Funktion des Nervensystems und zu einer normalen Herzfunktion bei.
Omega-3 Algenöl Forte liefert 500 mg DHA und 250 mg EPA pro Tagesdosis aus veganem Algenöl. EPA und DHA tragen zu einer normalen Herzfunktion bei.
Multi Magnesium 7 liefert 251 mg Magnesium aus sieben Verbindungen pro Tagesdosis. Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion, zum Elektrolytgleichgewicht und zu einem normalen Energiestoffwechsel bei.
Coenzym Q10 Plus liefert 240 mg fermentativ gewonnenes Coenzym Q10 pro Tagesdosis, ergänzt durch Vitamin C, Cordyceps sinensis und schwarzen Pfeffer.
Fazit: gut erforschte Bausteine für ein starkes Herz
Ob Omega-3-Fettsäuren für Blutfette und Herzfrequenz, Magnesium und Kalium für den Blutdruck- und Elektrolythaushalt, Coenzym Q10 für die Zellenergie oder die traditionelle Kräuterkunde mit Weissdorn und Olivenblatt: Für das Herz gibt es eine ganze Reihe gut untersuchter Nährstoffe und Pflanzen mit einer langen Forschungsgeschichte. Der einfachste Weg, sie alle abzudecken, bleibt eine abwechslungsreiche Ernährung mit fettem Fisch oder Algenöl, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und reichlich Gemüse.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information über die Nährstoffversorgung des Herzens und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Apotheke.
Quellen
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- Hidayat K et al. Effect of omega-3 long-chain polyunsaturated fatty acid supplementation on heart rate: a meta-analysis of randomized controlled trials. Eur J Clin Nutr. 2018. PMID 29284786. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29284786
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