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Natura Nova – traditionelle europäisch bewährte Rezepturen
Natura Nova – traditionell europäisch bewährte Rezepturen

Natura Nova

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Natura Nova Illustration zu Alltagsgewohnheiten und Gehirnalterung – Schlaf, Bewegung, soziale Kontakte

Diese Alltagsgewohnheiten lassen dein Gehirn schneller altern

Manche Gewohnheiten schaden deinem Gehirn mehr, als dir lieb ist – und die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass du heute schon mindestens eine davon wiederholt hast.

Es gibt nicht die eine schädliche Sache fürs Gehirn. Aber es gibt eine ganze Reihe von Alltagsgewohnheiten, die messbar dazu beitragen, dass es schneller altert, als es müsste – manche überraschend banal, manche eher unangenehm zuzugeben. Sieben davon haben Forschende in den letzten Jahren besonders genau unter die Lupe genommen. Zeit, sie sich einmal ohne erhobenen Zeigefinger anzuschauen.

Eine durchwachte Nacht reicht schon aus

Im Schlaf räumt dein Gehirn buchstäblich auf: Über ein Netzwerk aus feinen Flüssigkeitsbahnen, das glymphatische System, werden Stoffwechselabfälle wie Beta-Amyloid aus dem Hirngewebe abtransportiert – jene Eiweissablagerung, die bei Alzheimer eine zentrale Rolle spielt. Wie schnell das messbar wird, zeigte ein Experiment am US-amerikanischen National Institute on Alcohol Abuse and Alcoholism: 20 gesunde Erwachsene mussten einmal ganz normal schlafen und einmal rund 31 Stunden wach bleiben, bevor sie in den PET-Scanner kamen. Nach der durchwachten Nacht war die Beta-Amyloid-Menge in Hippocampus und Thalamus im Schnitt um etwa 5 Prozent höher als nach der erholsamen Nacht. Eine einzelne Nacht macht natürlich noch keine Demenz – aber sie zeigt, wie direkt sich Schlafmangel im Gehirn niederschlägt. Die gute Nachricht: Das ist einer der Faktoren, die sich fast täglich neu justieren lassen.

Dauerstress lässt den Hippocampus schrumpfen

Kurzfristiger Stress ist kein Problem – dafür ist er sogar gemacht. Schwierig wird es erst, wenn er zum Dauerzustand wird und das Stresshormon Cortisol nie richtig zur Ruhe kommt. Genau das haben Forschende in einer japanischen Langzeitstudie an über 65-Jährigen untersucht: Sie massen die Cortisolwerte im Blut und verglichen sie sieben Jahre später mit dem Hirnvolumen derselben Personen. Wer zu Beginn höhere Cortisolwerte hatte, zeigte am Ende einen kleineren linken Hippocampus – ausgerechnet jene Hirnregion, die für Gedächtnis und Orientierung zuständig ist. Cortisol scheint damit ein brauchbarer Hinweisgeber dafür zu sein, wie sich Stress im Gehirn niederschlägt. Entscheidend ist dabei weniger der stressige Tag als die fehlende Erholungsphase danach.

Sitzen ist bequemer, als dem Gehirn lieb ist

Wer sich regelmässig bewegt, tut seinem Gehirn mehr Gutes, als die meisten vermuten. Eine der grössten bisherigen Auswertungen zu diesem Thema kombinierte 47 Langzeitstudien mit insgesamt über 100'000 Teilnehmenden, einige davon über bis zu 28 Jahre begleitet. Das Ergebnis: Wer körperlich aktiver war, hatte ein um 35 Prozent geringeres Risiko für kognitiven Abbau und ein um 14 Prozent geringeres Risiko für eine Demenzdiagnose. Die vermuteten Mechanismen lesen sich fast wie eine Werbung fürs Gehirn selbst: bessere Durchblutung, weniger Gefässbelastung, mehr Wachstum neuer Verbindungen im Hippocampus. Und nein, es muss kein Fitnessabo sein – zügiges Gehen, Treppen statt Lift oder eine Stunde im Garten zählen in den ausgewerteten Studien genauso, solange es regelmässig passiert.

Was die süsse Limonade mit dem Hirnvolumen zu tun hat

Die Framingham Heart Study läuft seit Jahrzehnten und liefert immer wieder ungemütliche Erkenntnisse über unsere Trinkgewohnheiten. In einer Auswertung mit über 4'000 Teilnehmenden zeigte sich: Wer täglich mehr als zwei zuckerhaltige Getränke trank, hatte im Schnitt ein kleineres Gesamthirnvolumen, einen kleineren Hippocampus und schwächere Gedächtnisleistungen als Personen mit wenig Konsum. Wichtig zu wissen: Es handelt sich um eine Momentaufnahme innerhalb einer grossen Kohorte, die einen Zusammenhang zeigt, aber keinen bewiesenen Automatismus «Limonade führt zu X». Wer nun hofft, mit Light-Getränken auf der sicheren Seite zu sein, wird allerdings enttäuscht: In derselben Untersuchung schnitten künstlich gesüsste Varianten nicht besser ab.

Das Glas Wein am Abend – gar nicht so harmlos

Alkohol gehört zu den Themen, bei denen viele gern eine Ausnahme für sich selbst machen: ein Glas am Abend, das ist doch moderat. Eine britische Langzeitstudie, die über 30 Jahre hinweg Alkoholkonsum und Hirnstruktur bei mehr als 500 Personen erfasste, relativiert das deutlich. Schon bei 14 bis 21 Standardeinheiten pro Woche – exakt jener Menge, die gemeinhin als «moderat» gilt – war das Risiko einer Hippocampus-Schrumpfung etwa dreimal so hoch wie bei Abstinenz. Bei über 30 Einheiten pro Woche fast sechsmal so hoch. Und selbst leichter Konsum zeigte in dieser Studie keinen schützenden Effekt gegenüber völligem Verzicht. Wer den eigenen Konsum einmal ehrlich einordnen möchte, findet in der Schweiz Unterstützung bei Sucht Schweiz oder in der Hausarztpraxis – ganz ohne moralischen Unterton.

Warum Einsamkeit dem Gehirn mehr zusetzt als gedacht

Von allen sieben Punkten ist dieser vermutlich der am meisten unterschätzte: das Gefühl, allein zu sein. Eine Zusammenschau von 16 Langzeitstudien mit über 62'000 Teilnehmenden weltweit fand, dass sich einsam fühlende Menschen ein um 23 Prozent höheres Demenzrisiko und ein um 72 Prozent höheres Alzheimer-Risiko hatten als Menschen ohne dieses Gefühl. Entscheidend ist dabei die Betonung auf «fühlen»: Es geht um das subjektive Erleben, nicht um die reine Anzahl an Kontakten. Wer allein lebt, sich aber gut eingebunden fühlt, ist damit nicht automatisch gefährdet – wer viele Kontakte hat, sich dabei aber innerlich einsam fühlt, durchaus.

Das Ohr, an das kaum jemand beim Thema Gehirn denkt

Ein nachlassendes Gehör wird gern als reines Alterserscheinungs-Ärgernis abgetan – zu Unrecht, wie eine amerikanische Langzeituntersuchung zeigt. Fast zwölf Jahre lang begleiteten Forschende 639 zunächst demenzfreie Personen und massen zu Beginn ihr Hörvermögen. Das Ergebnis war eindeutig: Je stärker der anfängliche Hörverlust, desto höher das spätere Demenzrisiko – bei leichtem Hörverlust etwa doppelt, bei mittlerem dreifach, bei starkem Hörverlust fast fünffach gegenüber Normalhörenden. Ein Grund dafür dürfte sein, dass ständiges Heraushören von Sprache das Gehirn zusätzlich belastet, ein anderer der soziale Rückzug, der mit Hörproblemen oft einhergeht. Neuere Untersuchungen deuten darauf hin, dass konsequent getragene Hörgeräte dieses Risiko wieder senken können. Ein Hörtest ab der Lebensmitte ist also weniger ein HNO-Termin als eine Investition in die eigene Gehirngesundheit.

Auf einen Blick: sieben Gewohnheiten, ein gemeinsamer Nenner

Gewohnheit Was auffiel Grundlage
Eine durchwachte Nacht ~5 % mehr Beta-Amyloid im Gehirn Humanstudie mit PET-Scan, n = 20
Dauerstress / hohes Cortisol Kleinerer Hippocampus nach 7 Jahren Langzeitstudie an über 65-Jährigen
Bewegungsmangel +35 % Risiko für kognitiven Abbau Auswertung von 47 Langzeitstudien
Zuckerhaltige Getränke Kleineres Hirn- und Hippocampusvolumen Framingham-Kohorte, n ≈ 4'000
Alkohol, auch «moderat» Bis zu 3-fach höheres Risiko für Hippocampus-Schrumpfung 30-Jahre-Langzeitstudie
Gefühlte Einsamkeit +23 % Demenz-, +72 % Alzheimer-Risiko Zusammenschau von 16 Langzeitstudien
Unbehandelter Hörverlust Bis zu 5-fach höheres Demenzrisiko 12-Jahres-Studie, n = 639

Das Beruhigende an dieser Liste: Kein einzelner Punkt entscheidet allein über den Zustand deines Gehirns in zwanzig Jahren. Wer an einer oder zwei Stellschrauben dreht – besser schlafen, öfter rausgehen, einen Anruf statt eine Nachricht schicken – muss nicht gleich sein ganzes Leben umkrempeln. Ein Baustein, der bei praktisch jedem dieser Themen im Hintergrund mitspielt, ist die Versorgung des Gehirns mit den richtigen Fettsäuren: Rund 60 Prozent der Hirnmasse bestehen aus Fett, ein grosser Teil davon aus der Omega-3-Fettsäure DHA. Sie ist fester Baustein der Nervenzellmembranen – und eine, die der Körper nicht selbst in ausreichender Menge herstellen kann.

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Fazit: Kleine Gewohnheiten, grosse Wirkung

Wenn man Schlaf, Stress, Bewegung, Ernährung, Alkohol, soziale Kontakte und Gehör nebeneinanderlegt, ergibt sich ein erstaunlich klares Bild: Ein Grossteil davon, wie gut das Gehirn altert, liegt nicht in den Genen, sondern in ziemlich gewöhnlichen Alltagsentscheidungen. Wie genau sich diese Faktoren gegenseitig verstärken oder ausgleichen, ist noch nicht bis ins letzte Detail erforscht – aber das muss es auch nicht sein, um heute schon etwas damit anzufangen. Die Kombination mehrerer kleiner Anpassungen dürfte mehr bringen als das Warten auf die eine grosse Veränderung.


Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information über ernährungswissenschaftliche und lebensstilbezogene Zusammenhänge und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Apotheke.


Quellen

  • Shokri-Kojori E, et al. (2018): β-Amyloid accumulation in the human brain after one night of sleep deprivation. PNAS, 115(17):4483–4488. Humanstudie (PET). PubMed PMID: 29632177
  • Orihashi R, et al. (2022): Association between cortisol and aging-related hippocampus volume changes in community-dwelling older adults: a 7-year follow-up study. BMC Geriatrics, 22:757. Kohortenstudie. PubMed PMID: 36131257
  • Blondell SJ, Hammersley-Mather R, Veerman JL (2014): Does physical activity prevent cognitive decline and dementia? BMC Public Health, 14:510. Systematische Übersichtsarbeit / Meta-Analyse. PubMed PMID: 24885250
  • Pase MP, et al. (2017): Sugary beverage intake and preclinical Alzheimer's disease in the community. Alzheimer's & Dementia, 13(9):955–964. Kohortenstudie, Querschnittsanalyse. PubMed PMID: 28274718
  • Topiwala A, et al. (2017): Moderate alcohol consumption as risk factor for adverse brain outcomes and cognitive decline: longitudinal cohort study. BMJ, 357:j2353. Längsschnitt-Kohortenstudie. PubMed PMID: 28588063
  • Qiao L, et al. (2022): Association between loneliness and dementia risk: a systematic review and meta-analysis of cohort studies. Frontiers in Human Neuroscience, 16:899814. Meta-Analyse. PubMed PMID: 36530204
  • Lin FR, et al. (2011): Hearing loss and incident dementia. Archives of Neurology, 68(2):214–220. Prospektive Kohortenstudie. PubMed PMID: 21320988
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