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Natura Nova – traditionelle europäisch bewährte Rezepturen
Natura Nova – traditionell europäisch bewährte Rezepturen

Natura Nova

Entdecke Natura Nova: sorgfältig zusammengestellte Rezepturen auf Basis traditionell bewährter europäischer Kräuter.

Statt kurzfristigen Trends setzen wir auf klare, nachvollziehbare Inhaltsstoffe und eine bodenständige, europäische Pflanzenkunde.

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Löwenzahnwurzel und Blätter auf Holzuntergrund, Symbolbild für europäische Kräutertradition

Löwenzahnwurzel: Die Bitterpflanze, die seit dem Mittelalter zur europäischen Kräutertradition gehört

Über 500 Volksnamen, ein fester Auftritt in fast jedem Kräuterbuch der Renaissance und eine Jahrhunderte alte Frühjahrstradition: Kaum eine Pflanze wurde in Europa so ausführlich beschrieben wie der Löwenzahn – und kaum eine wird heute so unterschätzt.

Warum ausgerechnet eine "Unkrautpflanze" seit Jahrhunderten in der europäischen Kräuterkunde einen festen Platz hat

Der Gewöhnliche Löwenzahn (Taraxacum officinale) wächst praktisch überall in Europa – auf Wiesen, an Wegrändern, in Gärten. Genau diese Anspruchslosigkeit hat ihm über Jahrhunderte hinweg den Ruf eines lästigen Unkrauts eingebracht, während er gleichzeitig zu den am längsten und durchgängigsten genutzten Pflanzen der europäischen Volksheilkunde gehört. Kaum eine einheimische Pflanze trägt so viele regionale Namen: Über 500 volkstümliche Bezeichnungen sind allein im deutschsprachigen Raum überliefert, von "Kuhblume" über "Pusteblume" bis "Krottenblume" – ein Hinweis darauf, wie präsent die Pflanze über Generationen im Alltag war.

Verwendet werden traditionell alle Pflanzenteile: die Blätter in Salaten und Suppen, die Blüten für Sirup und Getränke, die Wurzel geröstet als Kaffee-Ersatz oder als Auszug in der Kräuterkunde. Die Wurzel nimmt dabei eine besondere Stellung ein: Sie enthält die höchste Konzentration an Bitterstoffen der Pflanze – jenen charakteristischen, namensgebenden Substanzen, denen die traditionelle europäische Kräuterkunde seit langem eine Rolle in der Verdauung zuschreibt.

Wie der Löwenzahn zum festen Bestandteil fast jedes Kräuterbuchs der Renaissance wurde

Die Geschichte des Löwenzahns als Heilpflanze in Europa lässt sich ungewöhnlich genau zurückverfolgen. Erste eindeutige Hinweise auf seine medizinische Verwendung finden sich bei arabischen Ärzten des frühen Mittelalters, unter anderem bei Avicenna im 11. Jahrhundert. Ab der Renaissance taucht die Pflanze dann in fast jedem grossen europäischen Kräuterbuch auf. Otto Brunfels beschrieb 1532 ein Löwenzahnwasser zur Reinigung des Gesichts. Der Botaniker Hieronymus Bock widmete dem Löwenzahn 1539 in seinem einflussreichen "Kreütter Buch" einen ausführlichen Eintrag – er nannte die Pflanze "Pfaffenröhrlein" und beschrieb neben ihrer Verwendung bei Verdauungsbeschwerden auch ein daraus hergestelltes Schönheitswässerchen, mit dem sich Frauen der Überlieferung nach das Gesicht wuschen, um einen klaren Teint zu erhalten. Bock und seine Zeitgenossen Otto Brunfels und Leonhart Fuchs gelten bis heute als "Väter der Botanik", weil sie als Erste Pflanzen nicht mehr nur aus antiken Schriften übernahmen, sondern selbst beobachteten und beschrieben.

Auch sprachlich hat diese lange Tradition Spuren hinterlassen – und zwar quer durch Europa. Der französische Name "pissenlit" (wörtlich "pinkle ins Bett") und deutsche Volksnamen wie "Bettpisser" oder "Seichkraut" verweisen unabhängig voneinander auf dieselbe traditionell wassertreibende Wirkung, die man der Pflanze seit der Renaissance zuschrieb – ein seltener Fall, in dem sich eine volksmedizinische Beobachtung fast wortgleich in mehreren Sprachen wiederfindet.

Wie der Löwenzahn von der mittelalterlichen Klostermedizin bis zur Frühjahrskur unserer Grosseltern seinen Platz behielt

In den Klostergärten des Mittelalters – jener Zeit, in der benediktinische Klöster Pflege, Krankenversorgung und die Weitergabe von Pflanzenwissen prägten – wurde Löwenzahn gezielt kultiviert und eng mit dem Wissen um Verdauungsbeschwerden verknüpft. Bis weit ins 20. Jahrhundert war Löwenzahn zudem fester Bestandteil der bäuerlichen Frühjahrsküche – als eine der ersten frischen Grünpflanzen nach dem Winter, roh im Salat, als Gemüse oder zu goldgelber "Maibutter" verarbeitet.

Welche Pflanzenteile in der Tradition wofür standen

Pflanzenteil Traditionelle Verwendung in Europa
Wurzel Bitterstoff-reichster Pflanzenteil; Auszüge, Tee, gerösteter Kaffee-Ersatz
Blätter Frühjahrssalat, Suppengrün, traditionelles "Frühjahrskraut"
Blüten Sirup ("Löwenzahnhonig"), Aufgüsse
Milchsaft Äusserlich in der Volksheilkunde bei Hautstellen wie Warzen angewendet

Was die europäische Arzneimittelbehörde zur langen Tradition der Löwenzahnwurzel offiziell festhält

Ein interessanter Beleg für das Gewicht dieser Tradition findet sich nicht in einer klinischen Studie, sondern in einem regulatorischen Dokument: Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat über ihren Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) ein sogenanntes "Traditional use"-Monografie-Verfahren für Löwenzahnwurzel (Taraxacum officinale, radix) veröffentlicht – eine offizielle Einstufung, die ausdrücklich nicht auf klinischen Studien beruht, sondern ausschliesslich auf langjähriger Anwendungserfahrung.

Welche Pflanzenstoffe der Löwenzahnwurzel ihren charakteristischen bitteren Geschmack geben

Die Wurzel enthält vor allem Sesquiterpenlactone – jene Bitterstoffe, denen die Pflanze ihren markanten Geschmack verdankt – sowie Inulin, einen löslichen Ballaststoff, der in der Wurzel je nach Jahreszeit in unterschiedlicher Konzentration vorkommt (im Herbst deutlich höher als im Frühjahr, was traditionell auch die bevorzugte Erntezeit bestimmte). Ergänzend enthält die Wurzel Kalium sowie verschiedene Phenolsäuren. Diese Zusammensetzung erklärt, weshalb die Wurzel traditionell so eng mit dem Bild der "Bitterpflanze" verbunden ist – eine Aussage zur Zusammensetzung, keine Aussage über eine bestimmte Wirkung im Körper.

Wie aus dem Wiesen-Unkraut wieder eine gefragte Küchenpflanze wurde

Nach Jahrzehnten, in denen der Löwenzahn vor allem als Rasenproblem galt, erlebt er seit einiger Zeit ein kleines Comeback – diesmal nicht in der Klostermedizin, sondern auf dem Teller. Foraging und die Wiederentdeckung regionaler Wildkräuter haben dazu geführt, dass Löwenzahnblätter heute wieder in Restaurantküchen und auf Wochenmärkten auftauchen, oft unter demselben Namen, mit dem schon die Grosselterngeneration ihn kannte. Die Wurzel bleibt dabei die stillere Nebenrolle: geröstet und gemahlen taucht sie gelegentlich als koffeinfreie Kaffee-Alternative auf – eine Verwendung, die selbst schon eine eigene, jahrzehntelange Tradition in Zeiten von Kaffeeknappheit hat.

Worauf bei der Anwendung von Löwenzahnwurzel geachtet werden sollte

Nach Angaben der europäischen HMPC-Monografie zur traditionellen Verwendung wird von einer Anwendung bei Verschluss der Gallenwege, Gallengangsentzündung, Lebererkrankungen, Gallensteinen oder anderen Erkrankungen der Gallenwege abgeraten, da Löwenzahnwurzel möglicherweise die Gallensekretion anregt. Bei bestehenden Erkrankungen dieser Art sollte vor einer Anwendung ärztlicher Rat eingeholt werden.

Als Korbblütler (Asteraceae) kann Löwenzahn bei bestehender Allergie gegen diese Pflanzenfamilie (z. B. Kamille, Ringelblume, Beifuss) Kreuzreaktionen auslösen. Für Kinder unter 12 Jahren liegen laut Monografie keine ausreichenden Daten vor. Bei ärztlich verordneter Flüssigkeitsrestriktion sollte auf die traditionell harntreibend genutzte Wurzel verzichtet werden, da eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr während der Anwendung als sinnvoll gilt. Zu Schwangerschaft und Stillzeit liegen keine ausreichenden Daten vor; in diesen Situationen empfiehlt sich generell eine Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt vor der Einnahme pflanzlicher Präparate. Wer Diuretika oder Lithium einnimmt, sollte eine gleichzeitige Anwendung ebenfalls ärztlich abklären lassen.

Wie Natura Nova diese europäische Tradition in einer Rezeptur zusammenführt

Genau diese lange Geschichte europäischer Bitterpflanzen – Löwenzahnwurzel, aber auch Mariendistel, Artischocke, Pfefferminze und Schafgarbe – bildet den Hintergrund für eine Rezeptur, die diese fünf traditionsreichen Pflanzen der europäischen Kräuterkunde in einer Kapsel zusammenführt.

Leber essentia von Natura Nova

Fünf Pflanzen der europäischen Kräutertradition in einer Formel: Mariendistel, Artischocke, Löwenzahnwurzel, Pfefferminze und Schafgarbe, ergänzt durch Cholin.

492 mg Pflanzenkomplex pro Kapsel, Mariendistel-Extrakt standardisiert auf 80% Silymarin, Artischocken-Extrakt standardisiert auf 2.5% Cynarin. Laborgeprüfte Chargen, Herstellung in der Schweiz nach GMP-Standards, vegane Kapselhülle.

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Mehr zu den einzelnen Pflanzen dieser Rezeptur findest du in unseren Beiträgen zu Mariendistel und Schafgarbe.

Was diese europäische Pflanzentradition so besonders macht

Kaum eine andere Pflanze verbindet die europäische Kräutergeschichte so lückenlos: von arabischen Ärzten über die grossen Kräuterbücher der Renaissance und die Klostergärten des Mittelalters bis zur bäuerlichen Frühjahrsküche unserer Grosseltern und der heutigen Wiederentdeckung durch Foraging und moderne Küche. Diese Kontinuität über Jahrhunderte und quer durch Sprachen und Kulturen hinweg ist an sich schon bemerkenswert – sie macht die Löwenzahnwurzel zu einem der eindrücklichsten Beispiele dafür, wie tief einzelne Pflanzen im kulturellen Gedächtnis Europas verankert sein können.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information über pflanzenkundliche und kulturhistorische Zusammenhänge und ersetzt keine ärztliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Bei bestehenden Erkrankungen, in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern vor Anwendung ärztlichen Rat einholen.

Quellen

  • European Medicines Agency (EMA) / Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC): European Union herbal monograph on Taraxacum officinale F.H. Wigg., radix. EMA/HMPC/475726/2020. ema.europa.eu
  • European Medicines Agency (EMA) / HMPC: Community herbal monograph on Taraxacum officinale Weber ex Wigg., radix cum herba. EMA/HMPC/212895/2008. ema.europa.eu
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