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Natura Nova – traditionelle europäisch bewährte Rezepturen
Natura Nova – traditionell europäisch bewährte Rezepturen

Natura Nova

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Frischer Salbei (Salvia officinalis) – Heilpflanze mit nachgewiesener Wirkung auf Stoffwechsel und Fruchtbarkeit bei PCOS

Salvia officinalis und PCOS – Neue Hoffnung durch traditionelle Heilpflanze

Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist die häufigste hormonelle Störung bei Frauen im gebärfähigen Alter und betrifft schätzungsweise 5 bis 15 % aller Frauen weltweit. Die Erkrankung geht weit über Zyklusstörungen hinaus – sie wird mit metabolischen Begleiterscheinungen wie Fettstoffwechselstörungen, Insulinresistenz und erhöhtem oxidativem Stress in Verbindung gebracht. Zwei klinische Studien aus den Jahren 2025/2026 haben untersucht, ob Salbei (Salvia officinalis) sich auf Stoffwechselparameter und Fruchtbarkeitsmarker bei PCOS-Patientinnen auswirken kann – eine altbekannte Pflanze im Blick der aktuellen Forschung.

Was PCOS kennzeichnet und warum Salbei untersucht wird

PCOS ist eine komplexe endokrine Erkrankung, die üblicherweise über drei Hauptmerkmale definiert wird: unregelmässige oder ausbleibende Menstruationszyklen (Oligo- oder Amenorrhoe), klinische oder laborchemische Zeichen erhöhter männlicher Hormone (Hyperandrogenämie) und das charakteristische Bild vieler kleiner Eibläschen im Ultraschall.

Neben den Zyklusstörungen leiden viele Betroffene – unabhängig von Körpergewicht oder ethnischer Zugehörigkeit – unter einer Störung des Fettstoffwechsels mit erhöhten Triglyzeriden und LDL-Cholesterin sowie erniedrigtem HDL-Cholesterin. Diese Fettstoffwechselstörung wird nicht nur mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko in Verbindung gebracht, sondern auch mit einer erschwerten Fruchtbarkeit, da sie Eizellreifung, Embryonenqualität und die Aufnahmefähigkeit der Gebärmutterschleimhaut beeinträchtigen kann. Hinzu kommt oxidativer Stress: Erhöhte Spiegel reaktiver Sauerstoffspezies werden mit einer Verschlechterung der Insulinresistenz, mit entzündlichen Prozessen und mit einer Schädigung von Eierstockzellen in Verbindung gebracht.

Salvia officinalis enthält ein komplexes Wirkstoffspektrum aus Carnosolsäure, Rosmarinsäure, Diterpenoiden, Triterpenoiden, Flavonoiden und Phenolglykosiden. Diesen Substanzen werden in der Forschung unter anderem eine blutfettsenkende, stoffwechselregulierende (etwa über eine Hemmung von α-Glucosidase und α-Amylase), antioxidative und entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben. Ein diskutierter Mechanismus ist die Aktivierung des Peroxisom-Proliferator-aktivierten Rezeptors γ (PPARγ), eines zentralen Reglers im Fettstoffwechsel und in der Insulinempfindlichkeit.

Was eine iranische Studie zu Fettstoffwechsel und oxidativem Stress zeigt

Eine im März 2025 im Fachjournal BMC Complementary Medicine and Therapies veröffentlichte, randomisierte, placebokontrollierte klinische Studie untersuchte 70 iranische Frauen im Alter von 15 bis 40 Jahren mit neu diagnostiziertem PCOS nach den Rotterdam-Kriterien. Die Teilnehmerinnen erhielten über acht Wochen täglich entweder 330 mg eines ethanolischen Salbei-Extrakts oder ein Placebo (Maisstärke).

Die Studie fand eine statistisch signifikante Senkung der Triglyzeride in der Salbei-Gruppe gegenüber Placebo (p < 0,001) sowie eine signifikante Senkung von Malondialdehyd (MDA), einem Marker für oxidative Zellschädigung (p < 0,001). Bei anderen Lipidparametern – Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin und HDL-Cholesterin – zeigten sich Verbesserungstendenzen in der Salbei-Gruppe, die statistische Signifikanzschwelle wurde hier jedoch nicht durchgehend erreicht (p-Werte zwischen 0,09 und 0,31). Auch bei der totalen antioxidativen Kapazität (TAC) zeigte sich ein signifikanter Unterschied zugunsten der Salbei-Gruppe. Die Studienautorinnen und -autoren werten dies als Hinweis darauf, dass Salbei-Extrakt eine mögliche ergänzende Option zur Beeinflussung von Fettstoffwechsel und oxidativem Stress bei PCOS darstellen könnte, und weisen selbst auf Grenzen ihrer Arbeit hin: eine relativ kurze Studiendauer von acht Wochen, eine einzelne getestete Dosierung und die Notwendigkeit grösserer Folgestudien.

Was eine zweite Studie zu Fruchtbarkeitsparametern berichtet

Eine zweite, im Juni 2025 im Fachjournal Ginekologia i Poloznictwo veröffentlichte Studie aus dem Irak untersuchte, ob Salbei auch mit Fruchtbarkeitsparametern bei PCOS-Patientinnen zusammenhängt, die sich einer intrauterinen Insemination (IUI) unterzogen. An der Studie nahmen 461 Frauen teil, ausgewertet wurden 400 IUI-Zyklen; eine Gruppe erhielt über acht Wochen vor der Insemination täglich 500 mg Salbei-Blätterextrakt, die andere ein Placebo. Berichtet wurden unter anderem eine höhere Anzahl dominanter Follikel, eine grössere Endometriumdicke, ein höherer Östradiolspiegel sowie höhere klinische Schwangerschafts- und Lebendgeburtenraten in der Salbei-Gruppe.

Zur ehrlichen Einordnung dieser zweiten Studie gehören einige Einschränkungen: Ginekologia i Poloznictwo ist ein deutlich weniger etabliertes Fachjournal als das BMC-Journal der ersten Studie, und die Publikation liess sich nicht in gleicher Tiefe unabhängig nachvollziehen wie die iranische Studie. Zudem berichtet die Studie eine ungewöhnlich grosse Zahl statistisch signifikanter Effekte über sehr unterschiedliche Endpunkte hinweg (Follikelzahl, Endometriumdicke, Hormonspiegel, Schwangerschafts- und Geburtenrate), was – ohne die Studie im Volltext im Detail geprüft zu haben – methodische Zurückhaltung nahelegt. Diese Ergebnisse sollten daher als vorläufig und bestätigungsbedürftig durch unabhängige, grösser angelegte Studien betrachtet werden, nicht als gesicherte Evidenz für eine fruchtbarkeitsfördernde Wirkung von Salbei.

Diskutierte Wirkmechanismen im Überblick

Für die beobachteten Effekte werden in der Fachliteratur mehrere, teils präklinisch untersuchte Mechanismen diskutiert:

  • Hemmung fettspaltender Enzyme: Salbei-Inhaltsstoffe werden mit einer Hemmung der Pankreas-Lipase in Verbindung gebracht, was die Fettaufnahme im Darm verringern könnte.
  • PPARγ-Aktivierung: ein möglicher Einfluss auf das Verhältnis von HDL zu LDL sowie auf Fettgewebe.
  • Antioxidative Wirkung: polyphenolische Verbindungen, die freie Radikale neutralisieren können.
  • Insulinsensitivität: eine frühere Studie derselben iranischen Forschungsgruppe (2020) untersuchte bereits einen möglichen Einfluss von Salbei-Extrakt auf die glykämische Kontrolle bei PCOS-Patientinnen.

Praktische Einordnung

In den beiden hier besprochenen Studien kamen unterschiedliche Dosierungen zum Einsatz: 330 mg Salbei-Extrakt täglich über acht Wochen in der Stoffwechselstudie, 500 mg Salbei-Blätterextrakt täglich über acht Wochen vor IUI in der Fruchtbarkeitsstudie. Beide Studien weisen selbst auf offene Fragen hin: die relativ kurze Studiendauer, einzelne getestete Dosierungen, fehlende Langzeitdaten und die Notwendigkeit weiterer, grösser angelegter Studien mit unterschiedlichen Dosierungen und ergänzenden Hormonanalysen.

Wichtig für die Einordnung insgesamt: Diese Studien untersuchen einen pflanzlichen Extrakt als möglichen ergänzenden Ansatz neben, nicht anstelle der ärztlichen Betreuung von PCOS. Eine Diagnose und Behandlung von PCOS – insbesondere bei bestehendem Kinderwunsch oder im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung – gehört in ärztliche Hände.

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Fünf Pflanzen der europäischen Kräutertradition – Frauenmantel, Schafgarbe, Melisse, Salbei und Granatapfel – kombiniert mit Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12. Der Salbeiblätter-Extrakt ist auf 20 % Polyphenole standardisiert. Vitamin B6 trägt zur Regulierung der Hormontätigkeit bei. Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12 tragen zur normalen Bildung roter Blutkörperchen sowie zu einer normalen psychischen Funktion bei.

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Fazit

Zwei aktuelle Studien liefern erste klinische Hinweise darauf, dass Salbei-Extrakt bei PCOS-Patientinnen mit Verbesserungen bei bestimmten Stoffwechsel- und oxidativen Stressmarkern einhergehen könnte; für die berichteten Effekte auf Fruchtbarkeitsparameter ist die Datenlage methodisch weniger gut abgesichert und bedarf unabhängiger Bestätigung. Salbei erweist sich damit als eine Pflanze, zu der im Kontext von PCOS aktiv geforscht wird – mit einer soliden Studie zum Stoffwechsel und einer vorläufigen, kritisch einzuordnenden Studie zur Fruchtbarkeit. Weitere, grösser angelegte und unabhängig wiederholte Studien sind nötig, bevor sich daraus gesicherte Empfehlungen ableiten lassen.


Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information über Salbei im Zusammenhang mit PCOS und den aktuellen Stand der Forschung und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Verdacht auf PCOS oder bestehendem Kinderwunsch wenden Sie sich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Apotheke.


Quellen

  • Maleki-Hajiagha A, Mojab F, Amidi F, Amini L: Exploring the therapeutic impact of Salvia officinalis on lipid and oxidative stress markers in patients with polycystic ovary syndrome – a randomized placebo-controlled clinical trial. BMC Complement Med Ther. 2025;25(1):114. doi: 10.1186/s12906-025-04858-2 (PMC, Open Access)
  • Al-Anbari LA, Jwad MA, Abbood MS, Kadhim AAM, Ridha-Salman H: Oral intake of Salvia officinalis improves intrauterine insemination outcomes in women with polycystic ovary syndrome. Ginekol Poloznictwo. 2025;20:1–5.
  • Amini L, Mojab F, Jahanfar S, Sepidarkish M, Raoofi Z, Maleki-Hajiagha A: Efficacy of Salvia officinalis extract on the prevention of insulin resistance in euglycemic patients with polycystic ovary syndrome: a double-blinded placebo-controlled clinical trial. Complement Ther Med. 2020;48:102245. doi: 10.1016/j.ctim.2019.102245
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