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Natura Nova – traditionelle europäisch bewährte Rezepturen
Natura Nova – traditionell europäisch bewährte Rezepturen

Natura Nova

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Weissdornzweig mit hellen weissen Blüten und grünen Blättern – traditionelle Herzpflanze mit neuer wissenschaftlicher Evidenz 2026 zur Verbesserung der Herzleistung

Weissdorn – Der sanfte Herzspezialist mit neuer wissenschaftlicher Evidenz 2026

Weissdorn (Crataegus monogyna) ist eine der am besten untersuchten Heilpflanzen der europäischen Tradition für die Herzgesundheit. Seine Wirkung bei beginnender Herzschwäche ist offiziell anerkannt, seine antioxidativen Eigenschaften sind in zahlreichen Studien belegt. Eine aktuelle Übersichtsarbeit aus 2026 fasst das aktuelle Wissen zusammen – und ein neu beschriebener Wirkmechanismus erklärt, wie Weissdorn die Energieversorgung des Herzens grundlegend beeinflusst.

Die Pflanze und ihre Wirkstoffe

Weissdorn gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und ist in Europa, Asien und Nordamerika weit verbreitet. Die Gattung Crataegus ist taxonomisch komplex – je nach Ansatz werden zwischen 150 und 1.200 Arten unterschieden, was auf starke Hybridisierung zurückzuführen ist. Die wichtigsten arzneilich genutzten Arten sind Crataegus monogyna (eingriffeliger Weissdorn) und Crataegus laevigata (zweigriffeliger Weissdorn).

Verwendet werden Blätter, Blüten und Früchte. In Crataegus-Arten wurden über 300 chemische Verbindungen nachgewiesen. Die wichtigsten Wirkstoffgruppen sind oligomere Procyanidine (OPC), stark antioxidativ und gefässschützend, Flavonoide – insbesondere Vitexin, Hyperosid, Rutin und Quercetin – sowie Phenolsäuren mit zusätzlicher antioxidativer Wirkung.

Aktuelle Forschung: Übersichtsarbeit 2026

Eine im Januar 2026 in der Fachzeitschrift Molecules veröffentlichte Übersichtsarbeit (Kępińska-Pacelik & Biel, DOI: 10.3390/molecules31020226) der West Pomeranian University of Technology fasst den aktuellen Forschungsstand zusammen. Die Autoren werteten zahlreiche Studien zu kardiovaskulären Wirkungen, antioxidativer Kapazität und dem Potenzial als funktionelles Lebensmittel aus.

Die Kernaussagen: Weissdorn zeigt positive Effekte auf Blutdruckregulation, Fettstoffwechsel und Herzfunktion. Die polyphenolreichen Extrakte weisen eine starke antioxidative Kapazität auf. Zusätzlich wurden entzündungshemmende, antimikrobielle, lipidsenkende und antidiabetische Eigenschaften dokumentiert. Die Autoren betonen jedoch: "Weitere klinische Studien und die Standardisierung bioaktiver Komponenten sind notwendig, um Wirksamkeit, Sicherheit und optimale Dosierung zu bestätigen."

Wirkmechanismen

Energiestoffwechsel des Herzens

Ein besonders relevanter Mechanismus wurde von Prof. Dr. Vera Regitz-Zagrosek (Berliner Charité) beschrieben: Das Herz gewinnt Energie normalerweise aus Fettsäuren oder Zucker. Bei der Umwandlung von Fettsäuren entstehen Stoffwechselprodukte, die bei Sauerstoffmangel im Herzmuskel Herzrhythmusstörungen begünstigen können. Weissdorn verschiebt dieses Gleichgewicht: Das Herz nutzt vermehrt Zucker anstelle von Fettsäuren als Energiequelle. "Durch die Umstellung von Fett- auf Zuckerstoffwechsel kann mit derselben Menge Sauerstoff mehr Energie freigesetzt werden", erklärt Regitz-Zagrosek. Das Ergebnis: weniger Belastungssymptome wie Atemnot und schnellere Erschöpfung.

Gefässerweiterung

Die Flavonoide – insbesondere Hyperosid und Rutin – regen die Produktion von Stickstoffmonoxid (NO) in den Gefässwänden an. NO entspannt die glatte Muskulatur der Arterien, erweitert die Gefässe und senkt so den peripheren Gefässwiderstand und den Blutdruck.

Antioxidativer Schutz

Oligomere Procyanidine und Flavonoide neutralisieren freie Radikale und schützen die Herzmuskelzellen vor oxidativem Stress – ein wichtiger Faktor bei der Entstehung und dem Fortschreiten von Herzerkrankungen.

Stabilisierung des vegetativen Nervensystems

Weissdorn wirkt ausgleichend auf das vegetative Nervensystem, was besonders bei stressbedingtem Bluthochdruck und nervösen Herzbeschwerden relevant ist.

Bewegung und Weissdorn: was die Studienlage zeigt

Eine randomisierte kontrollierte Studie (Härtel, Kutzner, Westphal et al., Sports 2014; 2(3): 59–75) untersuchte die Kombination von Ausdauertraining und standardisiertem Weissdornextrakt (WS® 1442) bei Patienten mit Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion. Die Weissdorngruppe schnitt gegenüber der Trainingsgruppe allein bei Alltagsbelastungen – Treppensteigen, Gartenarbeit, Hausarbeit – und bei der selbst eingeschätzten Lebensqualität besser ab. Müdigkeit und Kurzatmigkeit traten seltener auf. Die Kombination wurde auch in Anwesenheit von Herzmedikamenten gut vertragen.

Was offiziell anerkannt ist

Die Kommission E und die Europäische Arzneimittelagentur (EMA/HMPC) haben folgende Anwendungen anerkannt:

Als zugelassenes Arzneimittel: nachlassende Herzleistungsfähigkeit entsprechend NYHA-Stadium II (beginnende Herzschwäche mit leichter Einschränkung bei Belastung). Die empfohlene Anwendungsdauer beträgt mindestens sechs Wochen bis maximal sechs Monate, danach sollte die weitere Therapie ärztlich festgelegt werden.

Als traditionelles pflanzliches Arzneimittel: Unterstützung der Herz-Kreislauffunktion, nervöse Herzbeschwerden mit Beklemmungsgefühl und Herzklopfen (nach Ausschluss schwerwiegender Ursachen) sowie leichte Symptome nervöser Anspannung und Einschlafschwierigkeiten.

Blutdruckregulation

Weissdorn zeigt eine regulierende Wirkung sowohl bei erhöhtem als auch bei niedrigem Blutdruck – eine Eigenschaft, die ihn von vielen anderen Wirkstoffen unterscheidet. Die blutdrucksenkende Wirkung setzt jedoch erst nach mehrwöchiger Einnahme ein – frühestens nach sechs bis acht Wochen kontinuierlicher Anwendung.

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Darreichungsformen und Dosierung

Form Dosierung Hinweis
Tee 1–2 g (1 TL) pro Tasse, 3–4× täglich, 10–15 Min. ziehen lassen Schwächste Wirkstoffkonzentration
Tinktur / Tropfen 10–15 Tropfen, 1–3× täglich, mit Wasser verdünnt 15 Min. vor den Mahlzeiten
Kapseln / Tabletten (standardisiert) 600–900 mg täglich Garantierter Flavonoid- und OPC-Gehalt; für definierte Wirkstoffzufuhr
Fertigarzneimittel Nach Packungsanweisung Höchste Wirkstoffgarantie; für NYHA-II-Indikation

Sicherheit, Nebenwirkungen und Kontraindikationen

Weissdorn gilt als sehr gut verträglich. Selten können Magen-Darm-Beschwerden, Schwächegefühl oder Hautausschlag auftreten. In sehr hohen Dosen sind Herzrhythmusstörungen und Blutdruckabfall möglich.

Wechselwirkungen: Bislang sind keine klinisch relevanten Wechselwirkungen mit Herzmedikamenten dokumentiert. Vorsichtshalber sollte die Einnahme bei bestehender Herzmedikation mit einer Ärztin oder einem Arzt abgesprochen werden.

Kontraindikationen: Überempfindlichkeit gegen Weissdorn-Inhaltsstoffe. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Schwangere und Stillende sollten Weissdorn nicht einnehmen – nicht weil Risiken bekannt sind, sondern weil systematische Untersuchungen fehlen.

Wann sofort zum Arzt: Bei Schmerzen in der Herzgegend, die in Arme, Oberbauch oder Hals ausstrahlen, bei Atemnot in Ruhe oder bei Wassereinlagerungen in den Beinen ist umgehend ärztliche Abklärung erforderlich – diese Symptome erfordern eine Diagnose, keine Selbstbehandlung.

Fazit

Weissdorn ist eine der am besten untersuchten Heilpflanzen für die Herzgesundheit. Die Übersichtsarbeit von 2026 bestätigt das breite Wirkungsspektrum – von antioxidativem Zellschutz über Blutdruckregulation bis zur Unterstützung der Herzleistung. Der Energiestoffwechsel-Mechanismus (Umstellung von Fett- auf Zuckerstoffwechsel) erklärt, warum Weissdorn die Belastbarkeit verbessert. Weissdorn ist kein Notfallmedikament, sondern eine langfristige, gut verträgliche Unterstützung – besonders wirkungsvoll in Kombination mit regelmässiger Bewegung. Bei akuten oder unklaren Herzbeschwerden ist ärztliche Abklärung immer der erste Schritt.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung.

Quellen

  • Kępińska-Pacelik J, Biel W (2026). Hawthorn (Crataegus monogyna Jacq.): A Review of Therapeutic Potential and Applications. Molecules, 31(2), 226. DOI: 10.3390/molecules31020226
  • Härtel S, Kutzner C, Westphal E et al. (2014). Effects of endurance exercise training and Crataegus extract WS® 1442 in patients with heart failure with preserved ejection fraction. Sports, 2(3), 59–75.
  • Holubarsch CJF, Colucci WS, Eha J (2018). Benefit-risk assessment of Crataegus extract WS 1442. American Journal of Cardiovascular Drugs, 18, 25–36.
  • EMA/HMPC: European Union herbal monograph on Crataegus spp., folium cum flore. EMA/HMPC/159075/2014.
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